23. Oktober 2026

Managed SQL Server oder Eigenbetrieb: Was Sie vergleichen sollten

Grafik mit Servermotiv und dem Titel Managed SQL Server oder Eigenbetrieb, Ratgeber der GSL Groß GmbH

Managed SQL Server oder Eigenbetrieb: Was Sie vergleichen sollten

23. Oktober 2026

Viele Fachanwendungen speichern ihre Daten in Microsoft SQL Server. Steht ein Serverwechsel oder ein Supportende an, stellt sich die Frage: Betreiben Sie die Datenbank weiter selbst, oder nutzen Sie einen verwalteten Dienst? Worauf Sie beim Betrieb solcher Fachanwendungen insgesamt achten sollten, beschreibt unser Beitrag Line-of-Business-Anwendungen.

„Managed SQL Server“ kann dabei zweierlei bedeuten: einen Cloud-Dienst wie Azure SQL Managed Instance, bei dem Microsoft Teile des Betriebs übernimmt, oder einen Dienstleister, der Ihren SQL Server betreut, gleich wo er läuft. Dieser Beitrag vergleicht die Modelle nach Aufgaben und Verantwortung. Kosten vergleicht er nicht, weil sie von Lizenzen, Größe und Laufzeit abhängen; Hinweise dazu finden Sie im Beitrag Microsoft Azure Kosten.

Drei Betriebsmodelle im Überblick

  • Eigenbetrieb: SQL Server läuft auf Ihrer eigenen Hardware im eigenen Haus.
  • SQL Server auf einer virtuellen Maschine in Azure (IaaS, Infrastruktur als Dienst): Microsoft stellt die Hardware, Betriebssystem und Datenbank betreiben Sie.
  • Azure SQL Managed Instance (PaaS, Plattform als Dienst): Microsoft betreibt Betriebssystem und Datenbankmodul, Sie arbeiten mit den Datenbanken.

Microsoft beschreibt die Aufteilung der Aufgaben in einer Zuständigkeitsmatrix (Microsoft Learn: Gemeinsame Verantwortung in der Cloud). Für die drei Modelle ergibt sich daraus:

Bereich Eigenbetrieb Azure-VM (IaaS) Managed Instance (PaaS)
Daten Sie Sie Sie
Konfiguration und Einstellungen Sie Sie Sie
Identitäten und Benutzer Sie Sie Sie
Anwendungen Sie Sie geteilt
Betriebssystem Sie Sie Microsoft
Hardware und Rechenzentrum Sie Microsoft Microsoft

Microsoft weist darauf hin, dass die Matrix Zuständigkeiten im Sinne der Steuerung beschreibt und keine Vertragsbedingungen ändert. Welche weiteren Microsoft-Clouddienste es gibt und zu welchem Servicemodell sie gehören, beschreibt unser Beitrag Cloud-Computing-Services von Microsoft.

Was Azure SQL Managed Instance übernimmt

Laut Microsoft Learn ist Azure SQL Managed Instance ein vollständig verwalteter Plattformdienst, bei dem die meisten Verwaltungsaufgaben wie Upgrades, Patches, Sicherungen und Überwachung ohne Eingriff der Nutzer laufen. Microsoft gibt eine Kompatibilität von nahezu 100 Prozent mit dem Datenbankmodul der aktuellen SQL Server Enterprise Edition an. Hochverfügbarkeit ist integriert und vorkonfiguriert.

Die automatischen Sicherungen beschreibt Microsoft so (Microsoft Learn: Automatische Sicherungen):

  • vollständige Sicherungen jede Woche, differenzielle Sicherungen alle 12 oder 24 Stunden, Sicherungen des Transaktionsprotokolls etwa alle 10 Minuten,
  • Wiederherstellung zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von standardmäßig 7 Tagen, einstellbar von 1 bis 35 Tagen,
  • Langzeitaufbewahrung vollständiger Sicherungen bis zu 10 Jahre, wenn sie eingerichtet wird,
  • als Ziel für den Wiederherstellungspunkt nennt Microsoft etwa 10 Minuten; die Wiederherstellung dauert laut Microsoft normalerweise weniger als 12 Stunden, je nach Größe und Aktivität auch länger.

Es gibt auch Unterschiede zum eigenen SQL Server, die Sie vorab prüfen sollten. Microsoft nennt unter anderem:

  • Sicherungen laufen automatisch; selbst auslösen lassen sich nur Kopiesicherungen (copy-only), die die automatische Sicherungskette nicht beeinflussen.
  • Vollständige physische Dateipfade werden nicht unterstützt.
  • Verbindungen sind nur über TCP möglich, nicht über Named Pipes.
  • SQL Server Reporting Services (SSRS) laufen nicht als Dienst in der Instanz.
  • Sicherungen einer verwalteten Instanz lassen sich nur in anderen verwalteten Instanzen oder, je nach Updaterichtlinie, in SQL Server 2022 oder SQL Server 2025 wiederherstellen.
  • Die automatischen Sicherungen lassen sich nicht als unveränderlich konfigurieren.

Der vorletzte Punkt betrifft Ihren Ausstiegsweg: Klären Sie vor dem Umzug, wie Sie Ihre Daten bei einem späteren Wechsel zurückholen.

Was im Eigenbetrieb bei Ihnen liegt

Betreiben Sie SQL Server selbst oder auf einer virtuellen Maschine, liegen diese Aufgaben bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister:

  • Updates für Betriebssystem und SQL Server einplanen und testen,
  • Sicherungen einrichten, passend zum zulässigen Datenverlust, bei Bedarf mit Sicherungen des Transaktionsprotokolls,
  • die Wiederherstellung regelmäßig testen,
  • Ausfallschutz planen, wenn die Anwendung nicht lange stehen darf,
  • Speicherplatz, Leistung und Fehlermeldungen überwachen,
  • Berechtigungen und Administratorkonten pflegen,
  • den Versionsstand im Blick behalten.

Wie ein Dienstleister den Betrieb von Windows-Servern übernehmen kann und was im Vertrag stehen sollte, beschreibt der Beitrag Managed Windows Server.

Supportenden von SQL Server

Nach dem Ende des erweiterten Supports liefert Microsoft für eine Version keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Die folgenden Daten stammen aus den Lebenszyklus-Einträgen von Microsoft (abgerufen am 03.11.2026; Microsoft gibt die Zeiten in Pazifik-Zeit an):

Version Ende des allgemeinen Supports Ende des erweiterten Supports
SQL Server 2016 13.07.2021 14.07.2026
SQL Server 2017 11.10.2022 12.10.2027
SQL Server 2019 28.02.2025 08.01.2030
SQL Server 2022 11.01.2028 11.01.2033
SQL Server 2025 06.01.2031 06.01.2036

Quellen: Microsoft-Lebenszyklus für SQL Server 2016, 2017, 2019, 2022 und 2025.

Für SQL Server 2016 ist der erweiterte Support damit beendet. Der Lebenszyklus-Eintrag führt erweiterte Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, ESU) in drei Jahresstufen bis Juli 2029. ESU sind laut Microsoft eine letzte kostenpflichtige Option und als vorübergehende Brücke während einer Migration gedacht. Sie enthalten kritische und wichtige Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen. Für virtuelle Maschinen in Azure sind ESU laut Microsoft kostenlos (Microsoft: Häufige Fragen zu ESU).

Fragen für die Entscheidung

  • Freigabe der Fachanwendung: Unterstützt der Hersteller Ihrer Software den Betrieb auf Azure SQL Managed Instance oder nur bestimmte SQL-Server-Versionen?
  • Funktionen: Nutzt Ihre Anwendung Funktionen, die in der verwalteten Instanz anders oder nicht verfügbar sind, etwa feste Dateipfade, Named Pipes oder Reporting Services?
  • Netzanbindung: Wie verbinden sich Ihre Arbeitsplätze mit einer Datenbank in Azure? Microsoft nennt für Azure SQL Managed Instance Verbindungen über ein virtuelles Netzwerk, zum Beispiel per VPN-Gateway oder ExpressRoute.
  • Sicherung und Ausstieg: Reichen Aufbewahrung und Wiederherstellungszeiten des Dienstes? Brauchen Sie eine zusätzliche Kopie, und wie kommen Sie bei einem Wechsel an Ihre Daten?
  • Zuständigkeiten: Wer prüft die Sicherungen, wer reagiert auf Warnungen, wer pflegt Berechtigungen? Auch bei einem Plattformdienst bleiben Daten, Konfiguration und Benutzer laut Microsoft in Ihrer Verantwortung.
  • Datenschutz: Verarbeitet die Datenbank personenbezogene Daten, klären Sie die Verträge mit Microsoft und mit einem Dienstleister mit Ihrer Datenschutzberatung.

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Die GSL Groß GmbH betreut kleine und mittelständische Unternehmen in Rheinland-Pfalz und Hessen von Idar-Oberstein aus; im Raum Darmstadt arbeitet sie dafür mit einem Partnersystemhaus zusammen. Zu unseren Cloud-Lösungen gehören Microsoft 365 und Azure. Mit unseren Managed Services übernehmen wir den laufenden Betrieb Ihrer IT zum monatlichen Festpreis. Bei Planung und Durchführung von Umstellungen unterstützen wir im Rahmen unserer IT-Dienstleistungen und Rollouts.

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